Witterungsbedingt fiel am 29.04.2026 die übliche Palmweihe am Marktplatz mit anschließender Palmprozession aus. Erleichtert strömten die Gläubigen gleich auf den Kirchenhügel und füllten das Gotteshaus, wo die Bevölkerung seit Jahrhunderten Schutz suchte, und sei es – Gott sei Dank – diesmal nur vor Wind und Regen.
Pfarrer Slavomír Dlugoš zog aus der Sakristei mit seiner Ministrantenschar vor den Marienaltar. Nach dem Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem segnete der Priester die Palmbuschen und -zweige, wonach er mit Pfarrassistent Thomas und den Minis zum Altarraum schritt.
Der liturgische Kontrast könnte nicht härter sein. Gleich nach der Schilderung, wie Jesus als Sohn Davids, als König Israels, als Messias bejubelt wird, folgt die Leidensgeschichte mit seinem schmachvollen Kreuzestod.
Auf diesen Gegensatz nimmt Pfarrer Slavomír in der Predigt Bezug. Glauben wir an Jesus als den Messias oder lassen wir uns von der wankelmütigen Masse mitreißen, ihn zu verleugnen, ja abzulehnen? Und wenn wir für Jesus sind, wie ernst nehmen wir diesen Glauben in unserm Leben? Nimmt Europa den Glauben an Jesus als Christus, als Sohn Gottes, noch ernst?
Nach diesem schwer wiegenden Denkanstoß zu Beginn der Karwoche lud der Pfarrer alle herzlich ein, die Angebote in der Pfarre als Vorbereitung auf das Osterfest zu nutzen.
(siehe Gottesdienstordnung)
Text und Fotos: Elli Pfeiffer-Lintner




