„Es brennt! Der Heuboden brennt!“ gellt es über den Hof. Mein Mann schiebt hastig mit dem Ladewagen aus der Tenne, gemeinsam mit Nachbarn zerren wir Tiere aus dem Stall, jagen sie aufs freie Feld, weg, nur weg! Hinter uns brüllt das Feuer, die Eternitplatten zerplatzen mit Knall. Nach einer gefühlten Ewigkeit – in Wirklichkeit sehr bald – hört man das Folgetonhorn, die ersten Feuerwehrwagen biegen von der Straße über die Brücke zum Bauernhof. Das Feuer wütet bereits im Verbindungstrakt zwischen Wirtschaftsgebäuden und Wohnhaus. Männer mit Gasmasken stürmen ins Gebäude, genau dort hinauf, wo es brennt! Hier am Körnerboden hängt ein einfaches Kreuz, niemand weiß, wie alt es ist. Dunkel und grob geschnitzt, hatte es schon lange keinen Platz mehr in der Wohnung. Hier gelingt den FF-Mannen das Übermenschliche, das Feuer kann gestoppt werden. Während die Stallungen und Wirtschaftsgebäude in den Flammen zusammen brechen, bleibt das Wohnhaus unversehrt…
Obwohl schon 35 Jahre her, steigen diese Bilder während der Florianimesse am 4. Mai 2026 wieder in mir hoch.
Denn genau dieses Paradoxon bei FF-Einsätzen spricht Pfarrer Slavomir an: wenn alle davon laufen, sich selbst (und in unserem Fall auch die Tiere) in Sicherheit bringen, wagen sich die Feuerwehrleute mitten in die Gefahr hinein, um zu helfen und zu retten.
Einmal im Jahr feiern die zahlreichen Männer und Frauen in den nö. Feuerwehren eine hl. Messe zur Ehre ihres Patrons, des hl. Florian, um Schutz und Segen bei ihren Einsätzen zu erbitten. Es liegt an uns allen, diese Organisation nach Kräften zu unterstützen, sei es durch Spenden, Besuch ihrer Veranstaltungen oder ein Gebet – besonders im Ernstfall.
Foto: Freiwillige Feuerwehr Kaumberg/Archiv
Text: Elli Pfeiffer-Lintner
