Der erste Programmpunkt der Begegnungstage in den Schwesterpfarren Kaumberg und Ramsau hat viele Menschen berührt und ihnen Freude bereitet:
Generalvikar Dr. Christoph Weiss, Pfarrer Dr. Slavomír Dlugoš und Prof. Dr. Piotr Morciniec aus Opole in Polen zelebrierten in der gut besuchten Pfarrkirche von Kaumberg einen Gottesdienst, der vom Kirchenchor Kaumberg mit bewegenden Liedern begleitet wurde! Die zentrale Botschaft, dass Begegnung immer auch Bewegung erfordert, wurde nicht nur in der Predigt explizit ausgedrückt, sondern war während der gesamten Feier spürbar!
In der anschließenden Begegnung im Bildungs- und Veranstaltungszentrum Kaumberg moderierte unser Pfarrer Slavomir eine Gesprächsrunde, die sich an vier Fragen orientierte. Die am Podium sitzenden Expert/innen – Frau Univ. Prof.in Dr.in Sigrid Müller, langjährige Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Generalvikar Dr. Christoph Weiss, Prof. Dr. Piotr Morciniec und Prof. Dr. Gusztáv Kovács aus Pécs in Ungarn – gaben dazu jeweils kurze wissenschaftlich fundierte und persönliche Statements, deren Inhalte sich folgendermaßen zusammenfassen lassen:
Warum glaubst du?
Ob Glaube „erlernt“ und von den Eltern und Großeltern vorgelebt wurde, ist zwar durchaus von Bedeutung, aber es gibt auch den Zugang, dass der Glaube aus eigener Einsicht in Menschen wachsen kann. Dieser Zugang leitet auch zur zweiten Frage über:
Ist Glaube ein Widerspruch zur Vernunft?
Nein, im Gegenteil: Nicht zu glauben ist letztlich unvernünftig. Selbst in der Naturwissenschaft herrscht heute die Meinung vor, dass Glaube und Vernunft einander ergänzen und gut in Einklang zu bringen sind.
Brauchen wir für unseren Glauben die „Kirche“?
Natürlich ist Glaube eine sehr persönliche Haltung und wird auch außerhalb der Kirche gelebt, aber Glaube erfordert auch Gemeinschaft. Das Bewusstsein, mit dem individuellen Glauben in eine Gemeinschaft von Milliarden von Menschen eingebunden zu sein, stärkt den Glauben und gibt ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
Wann hast du Gott erlebt?
Alle Theolog/innen am Podium sind Wissenschaftler/innen, und dennoch gibt es auf diese Frage ausschließlich sehr persönliche Antworten: Gotteserfahrungen treten in verschiedenen Situationen und unterschiedlich häufig auf, aber jeder Mensch, der bereit ist, sein Herz dafür zu öffnen, hat die Möglichkeit, Gott zu spüren!
In einer abschließenden Publikumsrunde wurde unter anderem die Frage behandelt, wie wir denn reagieren können, wenn unser Glaube von Menschen – die so eine Haltung altmodisch nennen – in Zweifel gezogen oder gar belächelt wird:
Mit einer Gegenfrage – „Woran glaubst du denn?“ – und der Erklärung, dass wir viele Zusammenhänge in unserem Leben glauben müssen, weil wir sie ganz einfach nicht überprüfen können, kann man gut ins Gespräch kommen!
Und eine Botschaft mag allen Gläubigen Trost spenden und Kraft geben: Glauben ohne Zweifel gibt es nicht! Niemand kann sicher sein, dass der eigene Glaube nicht hin und wieder ins Wanken kommt!
Pfarrer Dr. Slavomír Dlugoš und Michaela Zöchling bedankten sich nach der gelungenen Veranstaltung bei den Gästen und überreichten diesen kleine Geschenke aus unserer Region!
Wir alle dürfen uns auf die weiteren Veranstaltungen der Begegnungstage in der Ramsau – das Kirchenkonzert am 14.3.2026, und den gemeinsamen Gottesdienst am 22.3.2026 – schon sehr freuen!
Text: Michael Sörös
Fotos: Rudolf Engleitner




